7. Dezember 2019

Eine Woche mit dem Thermomix

Es begab sich, dass die erste Amtshandlung meiner Frau nach unserem Umzug im Sommer die Zusage zu einer „Thermomixparty“ war. So lassen sich schließlich auch schnell und unkompliziert die neuen Nachbarn kennen lernen. Klar! Und so geschah es, dass ich eines Tages nach dem Einkauf von einer lächelnden Dame begrüßt wurde, die mir anbot den Thermomix zu testen.

Die Ausrichterin der besagten Thermomixparty hatte sich für das neueste Modell, den TM6 entschieden und wollte nun ihren alten TM5 verkaufen. Ich machte deutlich, dass ich auch vor dem Besuch meiner Frau auf der Party kein Freund des Thermomixes war und immer noch nicht bin.

Wie es sich als Ehemann gehört hielt ich kurz telefonische Rückfrage mit meiner Frau. Sie stimmte zu, dass wir den eigentlich weder brauchen noch wollen, aber eine Woche testen: Warum nicht. Also klingelte es einige Augenblicke später und ich sah nur einen riesigen Karton. Mit der Vertreterin ausgepackt zeigte sie mir kurz das Kochbuch dazu und wir gingen relativ schnell die Bedienung durch.

Da das Gerät und die Menüführung nennen wir es sehr einfach zu handhaben sind war alles schnell verstanden. Am nächsten Tag wollten wir eh Kürbissuppe kochen und auch unsere Dienstpläne der kommenden Tage sahen einige gemeinsame Zeit und Mahlzeiten vor. Also stand der Testwoche nichts im Weg.

Am nächsten Tag machte ich mich daran die Kürbissuppe zu zubereiten. Erstaundlich: 2 Zwiebeln wurden wirklich so schnell kleingehäckselt, dass man damit, für eine Suppe, gut arbeiten konnte. Nachdem ich den Kürbis geschält hatte verlangte das Display nach 400g Kürbisfleisch. Nunja, aber ich hatte gute 700g. Rein damit, das muss er ab. Ergebnis: Leckere Kürbissuppe!

Zwei Tage später sollten alle Zubehörteile des Geräts getestet werden: Sieb, Dampfaufsatz 1 und 2, die sich vor allem durch die Höhe unterscheiden. Ziel: Gedämpftes Fischfilet mit Reis und Gemüse. Der Behälter wird mit Gemüsebrühe gefüllt, das Sieb mit Reis eingehängt und je nachdem, wann das Display es verlangt das Gemüse und der Fisch aufgelegt. Im Anschluss alles kurz im Backofen warmhalten, während man die Soße zubereitet. Ergebnis: Gut! Der ein oder andere harte Reiskorn war noch vorhanden.

Zum Wochenende hin dann Backen: Marmorkuchen. Meine Frau studierte das Rezept und sagte bei der Zubereitung sowas wie „Das geht auch anders“ oder „Mach ich aber immer so“. Strenge Rezepte waren noch nie ihr Ding. Ergebnis: Gut. Reste im Topf: Reichen noch für einen kleinen Kuchen.

Alles in Allem: Ein gutes Gerät das sehr viel gut kann. Und da liegt auch der Hund begraben: Vieles gut, aber nichts so richtig perfekt. Das Display führt mich idiotensicher durch jeden Schritt aber sagt nicht, dass ich bei der Hälfte der Garzeit vom Reis einmal umrühre? Punktabzug. Bei der Suppe mussten wir uns nicht sklavisch an das Rezept halten, aber eine Suppe kann ich auch im großen Topf mit Stabmixer machen. Da wir mit Kitchenaid und diversen anderen Geräten einen guten Fuhrpark in der Küche geparkt haben war die Entscheidung von vornherein klar: Wir kaufen keinen Thermomix. Er ist auch zu groß um ihn schnell zu verstauen und ihn dann für einzelne Anwendungen hervor zu holen. Und schlussendlich sind 1.000 Euro für ein Gebrauchtgerät immer noch eine große Stange Geld. Abgesehen mal davon, dass das Set günstiger ist: An der Kitchenaid kann ich den Fleischwolf montieren und kann Wurst selbst machen. Das kann der Thermomix nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.